Reisebericht eines Hummelfahrers (Gunther Brüning)

Gunther Brüning hat sich wieder aufgemacht, um mit seinem Hummel-Einachser eine Reise anzutreten. Seine Reiseberichte könnt ihr hier lesen:


Es ist endlich wieder so weit. Seit dem 02.06.2010 bin ich wieder unterwegs. Diesmal mit meiner Hummel DE52 K Baujahr 1954. Die Hummel wurde auf 6 Km/h gedrosselt. Geplant ist erstmal eine "Probefahrt" von Rastatt nach Tuttlingen, dann wieder nach Rastatt und dann weiter in Richtung Norddeutschland. Ende der Tour ist für Januar 2011 geplant. Ich werde euch hier an jedem Tag, an dem ich unterwegs bin, einen kleinen Reisebericht schreiben mit Bildern. Außerdem werde ich versuchen jeden Abend ab ca. 21 Uhr im Chat zu sein, vorausgesetzt ich habe Handy-Internet-Empfang.
Sollte mich mal einer sehen, freue ich mich über jedes Gespräch und natürlich Bilder. Ich werde im Forum noch ein Thema zum diskutieren erstellen.


02. u.03.06.

Endlich ist es soweit. Um 19 Uhr am 02.06.20100 bin ich in Rastatt losgefahren. Bis kurz vor Bühl bin ich noch gekommen. Unter einem Kirschbaum auf einer Wiese hab ich mein Nachtlager aufgeschlagen. Noch ein bisschen Musik gehört und im Internet gestöbert und so ganz nebenbei noch etwas gegessen. Morgens um 6 Uhr klingelt der Wecker. Erst mal nen Kaffe aufsetzen und ganz langsam wach werden. Gut, daß das Kaffee kochen ohne aufstehen funktioniert. Gegen halb 8 alles zusammengepackt und Abfahrbereit. Yaris (mein Hund (12 Jahre)) noch ein bisschen nebenher laufen lassen. Durch Bühl durch nach Ottersweier (hier bin ich aufgewachsen). An der Maria Linden links hoch Richtung Neusatz. Plötzlich das Schild "Ortsdurchfahrt Neusatz gesperrt", Passant gefragt, "komm ich da durch?" "Eigentlich schon" die Antwort. Also durch Neusatz durch Richtung Neusatzeck. Steigung bis 14 %, da qualmt der Auspuff. Und dann die Baustelle. Ja, durchfahren könnte man, wenn da nicht mitten auf der Straße ein Bagger stehen würde. Mist, umdrehen. Wäre ich doch gleich über Bühlertal gefahren. Frage den nächsten Passanten: "Wie komm ich auf die B 500?" "Fahr zur Burg Windeck und dann den Waldweg entlang, dann kommst nach Neusatzeck." Also Berg (14 % Gefälle ca. 3 km) wieder runter, abbiegen zur Burg Windeck, Berg (genauso steil) wieder hoch. An der Burg Windeck vorbei und schön gemütlich durchn Wald nach Neusatzeck (Kloster). Von da dann hoch nach Unterstmatt auf die B 500. Die B 500 entlang, vorbei an der Hornisgrinde und am Mummelsee (100te Touristen) nach Ruhenstein. Zwischendurch fällt mir auf, daß mein Tabak garantiert nicht bis morgen reicht. Was machen? Tankstelle? Hm, Baiersbronn oder Freudenstadt? Baiersbronn 17 km, Freudenstadt 33 km. Also auf nach Baiersbronn, hoffentlich gibt's da ne Tankstelle die offen hat. Gegen 8 Uhr kommt Obertal in Sicht (SB-Tankstelle), Mitteltal (keine Tankstelle). Dann endlich Baiersbronn. Tabakvorrat auf max. 3 sehr dünne Zigaretten geschrumpft. Keine Tankstelle in Sicht. Da! am Bahnhof ein Kiosk. Tür ist offen und Licht brennt. Nix wie rein und Tabak holen. Und weiter. Direkt hinter Baiersbronn eine Baustelle. Die Baustelle hat's in sich. Ca. 1 km lang, nur eine Spur!! Zweite Spur existiert nicht mehr. Wie soll ich da durch? Ich schaffe nicht mal die Hälfte bevor mir der Gegenverkehr entgegen kommt. Und nichts wohin man ausweichen könnte. Rechts der Bahndamm und links (da, wo die 2. Spur sein sollte) ein Abgrund. Ich spreche den Autofahrer hinter mir an, ob er so nett wäre und am andere Ende dafür sorgt, daß keiner losfährt, bevor ich durch bin. Also nächste Grünphase los und hoffen, daß mir wirklich keiner entgegenkommt. Nach gefühlten 10 km endlich das Ende der Baustelle und der nette Autofahrer hält den Gegenverkehr auf. Das war jetzt eigentlich genug Aufregung für einen Tag, aber durch Freudenstadt schaffe ich es auf jeden Fall noch. Und jetzt sitz ich hinter Freudenstadt am Laptop und mach Feierabend. Seit meiner Abfahrt in Rastatt hab ich jetzt 90 km hinter mir. Morgen geht's weiter.

04.06.

So, der 3. Tag ist nun auch vorbei. Das im Freien schlafen zeigt seine ersten Wirkungen. War heut vor dem Wecker wach. 5 Uhr Augen auf, Kaffee aufsetzen. Gegen 6 Uhr einpacken und losfahren. Knapp hinter Freudenstadt ging's los auf der B 294 Richtung Loßburg. Vor Loßburg Frühstück mit frisch aufgebacken Brötchen und Erdnussbutter + 2. Kaffee. Nach Loßburg ging's weiter nach Betzweiler. Weitere Stationen waren: Peterzell, Fluorn-Winzeln und Waldmössingen. Kurz vor Seedorf war's wieder Zeit für einen Kaffee. Während dem Kaffee trinken spricht ein Passant an und lädt mich zu einem Kaffee bei sich zu Hause ein. Da haben wir uns dann ca. Stunden im Garten bei Kaffee und Zigaretten unterhalten. Am Schluss schenkt er mir noch 5 Liter Diesel, die er falsch getankt hat. Von Seedorf weiter nach Dunningen auf die B 462. Anormaler Verkehr auf dieser Straße, kaum laß ich ein paar Autos vorbei und schon wieder eine Schlange hinter mir. Mit Ach und Krach kämpf ich mich durch Dunningen. Aus Dunningen raus und plötzlich Polizei hinter mir. Polizei überholt mich und hält mit Blaulicht vor mir an. Muß natürlich dahinter anhalten und kann aber nicht weit genug auf den Standstreifen fahren, da gleich daneben der Straßengraben. Also Fahrspur blockiert. Gleich Stau hinter mir. Aber warum traut sich keiner zu hupen? Ach ich vergaß, Polizei! Also Motor aus, man möchte sich doch auch unterhalten können. Polizist fragt mich, wie ist denn das mit Mindestgeschwindigkeit auf Bundesstraßen? Ich antworte, Mindestgeschwindigkeit nur auf Autobahnen und mehrspurigen Bundesstraßen (Zubringer, Schnellstraßen). Folgen Sie uns mal davor auf den Feldweg. Kurze Rede langer Sinn: man gibt mir den Tip, mehr auf Feldwegen zu fahren. Nur auf meiner Landkarte sind keine Feldwege eingezeichnet. In meinem Rad-Routenplaner sind die eingezeichnet, aber ich kann während der Fahrt meinen Laptop nicht laufen lassen. Durch die Vibrationen geht die Festplatte gleich kaputt. Ich hatte sowieso schon im Sinn, mir eine andere Route zu suchen, nur die Polizei war schneller. Habe mir dann eine andere Route ausgesucht, wo ich nicht durch Rottweil müsste. Also geht´s weiter über: Lackendorf, Stetten, Flözingen, Horgen und Niedereschach. In Niedereschbach noch eine Steigung mit 15 %. Jetzt bin ich auf einem Wanderparkplatz kurz hinter Niedereschach und werde bald schlafen gehen.

05.06.

Hallo. Ich war gestern doch noch nicht ganz so weit, wie ich dacht. Anstatt kurz hinter Niedereschbach, war ich kurz vor Niedereschbach. Heute ging es gegen 8 Uhr wieder weiter. Also durch Niedereschbach durch Richtung Dauchingen. Die Straße hat es in sich. Habe kein Schild mit der Steigungsangabe gesehen, aber das waren mindestens 14 %. Hat meine Hummel ohne großes Meckern gemeistert, trotz fast leere Batterie. Ich bin immer wieder begeistert, was der Motor alles leistet. Man meint fast, jetzt wirds Zeit zum runterschalten und dann bekommt er noch mal einen Schub und der Auspuff fängt an zu Rauch zu spucken. Und dann krabbelt die Hummel die Steigung hoch und alle gucken blöd.
Also Steigung gemeistert, durch Dauchingen durch nach Weigheim. Von Weigheim nach Schura. Und kurz vor Schura sitze ich jetzt im Schatten und warte, bis die Sonne nicht mehr so Sticht. Habe nämlich einen schönen Sonnenbrand auf den Ärmen. Gegen Abend fahr ich wieder weiter um noch einkaufen zu können. Melde mich dann noch mal.
Bis dann.

06.06.2010

So, nach 190 km bin ich nun in Tuttlingen angekommen. Heute keine besonderen Vorkomnisse. Bin auch nur ca. 20 km gefahren. Von Schura bis in Sichtweite von Tuttlingen. Ich schätze ich habe jetzt für die ganze Strecke ca. 30 Liter Diesel verbraucht, was eigentlich noch ganz OK ist. Wahrscheinlich werde ich jetzt bis 18.06.2010 hier bleiben und dann zurück nach Rastatt fahren, um meinen neuen Ausweiß abzuholen. Dort werde ich auch noch ein paar Verbesserungen vornehmen. Z.B. den Auspuff etwas verändert, der linke Reifen und das Mähwerk sind total Ölverschmiert. Und eine größere Plane für den Anhänger, die 3*4 Meter sind etwas zu kurz. Auserdem ein kleines Sonnendach überm Fahrersitz. Auserdem wäre ein Navi nicht schlecht. Am besten eins, wo ich Abends am Laptop die Route planen kann und dann auf das Navi überspielen kann. Wer da einen Vorschlag hat, bitte eine Nachricht an mich.
Viele Bilder hab ich heute nicht, da ziemlich viel Verkehr war. Werde morgen mal noch ein paar Detailfotos von meiner Hummel machen. Ich melde mich wieder, sobald ich weiß, wann es weitergeht.

10.06.2010

mal einen kleinen Zwischenbericht. Am Dienstag Nachmittag hatte ich den Traktor ein bischen laufen um die Batterie zu laden. Nach ca. einer halben Stunde fällt mir auf, daß der Motor schwerer läuft und mehr qualmt als sonst. Zuerst dachte ich an einen Kurzschluß, so daß die Lichtmaschiene mehr Wiederstand bringt, was es aber nicht war. Also Motor aus und Werkzeug raus. Zuerst Auspuff und Luftfilter abbauen und nachschauen, wie Kolben, Kolbenringe und Zylinder aussehen. Sieht alles super aus. Also weiterschrauben. Pleuellager anschauen. Das läßt sich mit dem Finger hin und herschieben. Lagerschalen ausbauen. Gott sei Dank, nichts gefressen. Jetzt warte ich auf neue Lagerschalen. Vielleicht kann ich nächste Woche Freitag weiterfahren, wenn nicht. verschiebt sich meine Weiterfahrt um eine Woche. Ich halte euch auf jeden Fall auf dem Laufendem.

MfG
Gunther

19.06.2010
Mal wieder etwas Neues. Am Donnerstag bin ich von einem Bekannten in Tuttlingen abgeholt worden, nachdem ja der Motor auf Grund von kaputten Pleuellagerschalen schlapp gemacht hat. Gestern und heute habe ich den Motor dann auseinandergenommen, um zu schauen, ob und was noch kaputt gegangen ist. Aber ich habe Glück gehabt: Auser den Lagerschalen und der Kurbelwelle muß nichts gemacht werden. Da ich noch eine sehr gute Kurbelwelle habe, werde ich diese einbauen. Da aber die Kurbelwellenlager nicht passen, werde ich das getriebeseitige Lager austauschen und den Geräteträger mit dem anderen Lager vom anderen Motor nehmen. Ansonsten ist der Motor top in Schuß. Auser einer dicken Schicht von Ablagerungen auf Kolben und Zylinderkopf und etwas festgebackenen Kolbenringen ist nichts. Ich werde, da der Motor ja schon in Einzelteilen ist, alle 3 Simmeringe austauschen. Und wenn der Motor wieder läuft geht´s weiter. Genauen Termin kann ich noch nicht sagen, aber ich denke, übernächste Woche könnte klappen.

Vom auseinanderbauen hab ich leider keine Bilder machen können, da es in der Ecke der Werkstatt, wo ich geschraubt habe, heute zu dunkel für gute Bilder war. Aber vom Zusammenbauen werde ich auf jeden Fall Bilder machen.

22.06.2010

Hallo,

ich habe nun heute Morgen die benötigten Ersatzteile bestellt. Unter anderem Pleuellagerschalen, Kurbelwellenlager und alle 3 Simmerringe im Motor. Einen Satz mit Dichtungen habe ich schon. Die alten Simmerringe waren zwar noch dicht, aber da ich den Motor sowieso auseinander genommen habe, kann ich diese auch gleich tauschen. Je nach Wetterlage werde ich morgen oder übermorgen sämtliche Einzelteile säubern und sobald alles da ist, den Motor wieder zusammenbauen. Bei schönen Wetter werde ich dann auch Bilder vom Zusammenbau machen. Auf jeden Fall kommt noch ein Bild eines selbstgebauten Schwungradabziehers. Geplanter Termin für die erneute Abreise ist zwischen 2.7 und 4.7.2010. Dann ist geplant auf ein Traktortreffen in Bad König zu fahren. Dieses Treffen ist am 10.7 und 11.7.2010.

An dieser Stelle noch ein recht Herzliches Dankeschön an folgende Personen:

  • Dietmar Kolb
  • Bruno Jasper
  • Tjark Ehrlich
  • Hans Röhm
  • Benni
  • und eine anonyme Person

für ihre Spende für die Reparatur meines Motors.

Ich melde mich wieder mit Bildern vom Zusammenbau des Motors.

MfG

Gunther

 

03.07.2010

 

Hallo,

der Motor ist nun endlich wieder zusammengebaut und läuft auch perfekt. Hat etwas länger gedauert als gedacht, da ich zwischendurch noch ein paar andere Sachen zu erledigen hatte. Nur das, warum ich eigentlich nochmal nach Rastatt mußte, habe ich vergessen. Mein neuer Ausweis liegt immer noch im Landratsamt. Den werde ich Montag morgen abholen und dann, wenn mein Nachbar am Montag Abend die Werkstatt schließt, werde ich abreisen. Mit Touraufzeichnung mit GPS. Das heißt, ich werde jedem Tagesbericht noch eine Datei für Google Earth anhängen. Auserdem habe ich noch etwas an meiner Musikanlage gebastelt. Mein Nachbar hat mir einen Verstärker und einen Subwoofer gegeben und ich habe aus einem Schrottauto noch 2 Lautsprecher ausgebaut. Ich weiß aber noch nicht, ob ich den Subwoofer und Verstärker mitnehme. Nimmt beides viel Platz weg und so oft höre ich auch keine laute Musik, aber ab und zu tut das ganz gut.

 

08.07.2010

Hallo

seit heute Mittag bin ichg wieder unterwegs. Zu allererst: Der Motor läuft wieder einwandfrei. Vielen Dank noch mal an alle, die mitgeholfen haben, besonders meinem Nachbarn.

Heute habe ich ca. 43 km zurückhelegt. Von Rastatt bis kurz vor Bruchsal durch Ettlingen, Durlach und Weinberg. Die schlimmste Strecke heute war die B3 von Rastatt bis Bruchhausen. Anscheinend war die A5 Richtung Basel gesperrt, somit war die B3 von Ettlingen nach Rastatt total ausgelastet. Meine Fahrtrichtung war zwar frei, aber die LKW´s konnten nur an mir vorbei, wenn ich fast ganz auf dem Grünstreifen gefahren bin. Dadurch, daß die Gegenfahrbahn komplett zu war mußte ich jedesmal, wenn ein LKW von hinten kamm, auf den Grünstreifen. Aber die LKW-Fahrer waren alle sehr freundlich und haben nicht gedrängelt und haben sich auch bedankt, wenn ich Platz gemacht habe. Nur so ein Idiot von Autofahrer meinte er müße mich während der Fahrt zusammenscheißen. Der wurde aber gleich von einem LKW-Fahrer zusammengehupt. Auf Grund des vielen Verkehrs gibt es keine Fotos der Strecke Rastatt - Ettlingen.

Nach dem ich in Bruchhausen die B§ verlassen habe ging es wieder ganz normal weiter. In Ettlingen habe ich im Real eingekauft. Denn das hab ich auf meiner Fahrt nach Tuttlingen gelernt: Lieber zu früh einkaufen, als nachher vor verschlossener Tür zu stehen. Von Ettlingen gings dann weiter nach Durlach und dann nach Weinberg. Kurz nach Untergrombach bin ich dann noch von 3 hübschen Madels fotografiert worden. Einen schönen Gruß an euch, falls ihr das hier mal lesen werdet.

Heute habe ich die Tour mit GPS aufgezeichnet und die Fotos mit GPS-Daten versehen. Weiter unten ist eine Datei für Google-Earth, da könnt ihr sehen, wie ich gefahren bin und wo die Fotos gemacht wurden. Viel Spaß damit. Morgen werde ich sehr früh los fahren und über Mittag wahrscheinlich eine Siesta halten. Wird doch ziemlich warm für meinen Hund im Anhänger, obwohl er im Schatten liegt, aber es gibt ja praktisch keinen Fahrtwind.

Wünsche euch einen schönen Abend. Bis morgen.

Euer Gunther

 

09.07.2010

Hallo,

heute waren es nur ca. 20 km die ich zurückgelegt habe. Habe es heut morgen etwas zu langsam angehen lassen und gegen Mittag war es dann einfach zu heiß und mein Sonnenbrand auf den Knien hat mir etwas zu schaffen gemacht. Deshalb hab ich kurz vor Stettfeld eine lange Mittagspause gemacht. Ich habe im www.einachser-forum.de meine genaue Position bekannt gegeben und hatte dann auch noch 2 nette Besucher aus dem Forum da. Darum hat die Mittagspause dann auch etwas länger gedauert, um genau zu sein, bin ich erst um 20 Uhr wieder weitergekommen. In Bad Schönborn habe ich in einem REWE der bis 24 Uhr offen hatt, Tabak gekauft. Ich muß sagen heut Abend hat die Fahrt richtig Spaß gemacht. Die Temperatur war angenehm und man hat die Natur richtig gerochen. Nur im Dunkeln zu fahren ist mir doch etwas zu gefährlich, deshalb bin ich das letzte Stück auf einem landwirtschaftlichen Weg neben der B3 gefahren. Auserdem ist es im Dunkeln etwas schwierig einen geeigneten Schlafplatz zu finden. Vorallem, wenn man keine Taschenlampe dabei hatt. Technisch muß ich sagen, daß die Hummel wie ein Uhrwerk läuft. Einzigster Wehmutstropfen ist, das am Schutz für die Lichtmaschiene einige Schweißpunkte gebrochen sind und deshalb das Blech etwas scheppert. Je nach Drehzahl etwas mehr oder weniger. Ist aber nichts schlimmes.

Morgen möchte ich schauen, daß ich bis kurz vor Bad König komme. So daß ich Sonntag früh auf das Treffen komme und mir hoffentlich einen schattigen Platz bekomme. Aber mal schauen.

Auserdem sollte ich mich vielleicht mal nach einer etwas besseren Kamera umschauen. Die Fotos meines Handys sind nicht gerade optimal. Aber mal schauen. Kommt Zeit, kommt Rat.

Wünsche euch eine gute Nacht. Bis Morgen

Euer Gunther

 

10.07.2010

 

Hallo,

heute hab ich 60 km geschafft. Aber ich bin ein paar Mal falsch abgebogen und somit sind es immer noch 35 km nach Bad König. Deshalb weiß ich noch nicht, ob ich auf das Treffen komme. Theoretisch müßte es bis Mittag zu schaffen sein. Praktisch muß ich morgen früh erstmal den Dieselstand peilen und dann entscheiden. Da ich am Montag in Erbach sein muß. Wäre ich einen Tag früher in Rastatt losgefahren hätte es geklappt. Aber egal.

Von der Fahrt heute gibt es nichts besonderes zu berichten, außer daß es wieder saumäßig heiß war. Gegen 12 Uhr mußte ich mir einen schattenspendenden Baum suchen und hab dann bis 17 Uhr gewartet, als es wieder etwas angenehmer wurde. Aber die Landschaft ist herrlich hier. Schade, daß ich früher mit dem Fahrrad nicht hier durch bin. Irgendwann muß ich hier nochmal durch. Ich werd mich jetzt schlafen legen und sobald es wieder hell wird weiterfahren.

Wünsche euch eine gute Nacht.

Euer Gunther

11.07.2010

 

Hallo da bin ich wieder.

Heute morgen ging es schon um kurz vor 6 Uhr auf einem Parkplatz an der B45 in der Nähe von Eberbach los. Aufgestanden bin ich schon um 4:30 Uhr. Habe den Dieselbunker gepeilt und entschieden, daß noch genug Diesel drin ist, um nach Bad König zu kommen. Die erste Teilstrecke ging bis kurz vor Berfelden. Dort habe ich auf einem Parkplatz den 2. Kaffee gekocht. Während dem Kaffeetrinken fällt mir eine Kühlbox auf, die neben dem Mülleimer steht. Eine elktrische, aber ohne Kabel. Das Kabel scheint abgerissen zu sein. Werde ich morgen mal ausprobieren, ob sie noch funktioniert und was sie bringt. Nach dem 2. Kaffee ging es non Stop ( abgesehen von einer Pinkelpause) nach Bad König. Hinter Berfelden konnte ich die Hummel den Berg runterrollen lassen und etwas Sprit sparen. Kurz vor 12 Uhr und nach 36 km kam ich in Bad König an. Die Sonne hat natürlich wieder richtig runtergebrannt. Bis ca. 9 Uhr war es richtig angenehm, danach immer schlimmer. Während meiner Einfahrt wurde ich von Herbert Tilly von www.einachser.com fotografiert. Leider kannte ich ihn nicht und er hatte es eilig, deshalb konnten wir uns nicht unterhalten. Aber vielen Dank für das Foto, ist das erste, wo ich auch drauf bin. Ich war von der Fahrt und der Hitze so geschafft, daß ich keine Lust hatte, mich groß auf dem Treffen umzusehen. Davon abgesehen, lag mein Hund die ganze Zeit hechelnd unter dem Anhänger. Hatte aber trotzdem ein paar nette Gespräche. Mal einen Gruß an alle und hoffe ihr seid gut Heim gekommen. Gegen 16:30 Uhr bin ich wieder losgefahren Richtung Erbach. Eigentlich wollte ich nur den nächsten Waldweg rein und Feierabend machen. Aber bis kurz vor Michelstadt kam nichts. Dann kam ein Hinweisschild für einen Wanderparkplatz. Ich dachte mir: Wanderparkplatz = Wald = Schatten = angenehmer. Nur irgendwie haben die vergessen ein Schild dran zu hängen, daß es erst mal 3 km bergauf geht Richtung Weiten-Gesäss. Als Radfahrer oder Fußgänger würde ich immernoch fluchen, aber die Hummel hatts nicht interessiert, ist einfach den Berg hochgekrabbelt, immer schon durch den Wald. Jetzt sitz ich am Waldrand mit einer herrlichen Aussicht.

Jetzt werd ich was essen und dann bald schlafen gehen. Hab nämlich grad mal 4 Stunden letzte Nacht geschlafen. Morgen und Übermorgen werde ich wahrscheinlich Pause machen und meine Sonnenbrände auskurieren. Wahrscheinlich werde ich mich Dienstag Abend aufn Weg nach Heppenheim machen. Muß das aber dann so legen, daß ich Mittwoch morgen nur etwas noch 10 km zurückzulegen habe. Kann aber auch sein, daß ich es mir noch anderst überlege. Ich melde mich wieder.

Ich möchte euch empfehlen, mal Google Earth zu installieren und die Route von mir da mal anzuschauen. Es lohnt sich wirklich.

Bis dann.

Euer Gunther

12.07.2010

 

Hallo,

heute gubts nichts Wichtiges zu vermelden. Bin heute Morgen nur nach Erbach gefahren, um meinen Tagessatz von 11,97 € vom Arbeitsamt zu holen. Leider ist es von Kreisstadt zu Kreisstadt anderst wer auszahlt. Z. B.: in Rastatt der Caritasverband, in Tuttlingen die AWO und hier in Erbach das Jobcenter im Landratsamt. Heißt: In jede Stadt in die ich neu komme und nicht weiß, wer auszahlt, muß ich erst rausfinden, wohin ich muß. Als wie wenn das noch nicht genug ist, zahlt jede Stadt nur zu bestimmten Zeiten aus, heißt: Wer zu spät kommt, hat Pech. Und manche auch nur eine bestimmte Anzahl von Tagen im Monat. Von Heppenheim hab ich zum Beispiel gehört, daß es nur für 3 Tage im Monat Geld gibt. Also, da ich nicht wußte, wo es in Erbach Geld gibt, bin ich erst zum Arbeitsamt nach Erbach gefahren. Dort wurde ich dann zum Jobcenter im Landratsamt geschickt. Ich also mit der Hummel wieder zurück zum Landratsamt, an dem ich übrigens vorher vorbeigefahren bin. Dort angekommen erfahre ich, daß erst ab 10:30 ausbezahlt wird. Also noch knapp ne Stunde warten. Nachdem ich das Geld hatte mußte ich mich entscheiden, ob ich wieder zu dem Wanderparkplatz zurückfahre oder mir einen neuen Platz suche, was mitunter länger dauern kann. Ich habe mich dann entschieden wieder zurück zu fahren. Unterwegs habe ich noch den Tank voll gemacht und war einkaufen. Heute Abend hab ich hier noch eine Frau kennengelernt, die schon mit Ihrem Fahrrad in der ganzen Welt unterwegs war und gerade erst von einer Tour aus Norwegen zukam. Wir hatten ein sehr schönes Gespräch über das Reisen. Sie ist anscheinend genauso ruhelos wie ich. Leider ist gerade ein Gewitter aufgezogen, das aber dann doch irgendwo anderst hin ist und Sie mußte wieder heimfahren. Vielleicht treffen wir uns ja wieder irgendwo unterwegs.

Laut Wetterbericht soll es heut Nacht regnen und morgen mit 25 Grad etwas kühler werden. Wenn das zutrifft, werde ich morgen nachdem ich das Geld geholt habe nach Heppenheim fahren. Aber mal schauen. Hier hab ich noch ein Bild mit der Aussicht meines momentanen Standortes. Bis Morgen.

MfG Gunther

 

13.07.2010

 

Hallo,

heute bin ich von meinem Schlafplatz in der Nähe von Michelstadt bis kurz vor Heppenheim gefahren. Das Wetter war heute bis ca. 13 Uhr herrlich. Es hat zwar letzte Nacht nicht wie angesagt geregnet, aber es war angenehm was die Temperatur anbelangte. Außerdem hat sich die Sonne meistens hinter Wolken versteckt. Ab ca. 13 Uhr wurde es wieder immer heißer und die Sonne hat wieder richtig runter gebrannt. Leider hatte ich es versäumt in Erbach noch etwas einzukaufen. So musste ich bis Michelstadt durchfahren, um dann gegen 15 Uhr endlich zu meinem Frühstück zu kommen. Ich bin dann auch gleich auf dem Parkplatz bis 20 Uhr stehen geblieben und habe etwas gedöst. Um 20 Uhr habe ich mich wieder aufn Weg gemacht und stehe jetzt ca. 5 km vor Heppenheim. Die Fahrt von Erbach über kleine Kreisstraße bis Wetzbach, wo ich wieder auf die Bundesstraße 460 gekommen bin, hat sehr viel Spaß gemacht. Kaum Verkehr, die Straßen manchmal mit Bäumen gesäumt, die oben ein geschlossenes Blätterdach bilden. Landschaftlich einfach wunderschön. Und mit 6 Km/h hat man einfach die Zeit, die Landschaft auf einen wirken zu lassen. Da man ja im Freien Sitz kann man die Natur dazu richen und die Gedanken schweifen lassen. Am liebsten würde ich nur solche Straßen fahren, aber mit unter würde mich das einfach zu viele Kilometer Umweg kosten. Und 6 km mehr heißt gleich 1 Stunde mehr fahren. Aber der Abschnitt Wetzbach bis kurz für Fürth ist nichts für schwache Nerven. Eine Mischung aus Bundestraße + schmale Straße + enge Kurven ist nichts für ein 6 Km/h Fahrzeug. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich eine andere Strecke gewählt. Aber ich bin glücklich durchgekommen.

Für morgen ist geplant, dass ich bis Groß-Gerau komme, eventuell fahr ich auch gleich weiter nach Rüsselsheim. Geplant ist, dass ich am Freitag in Hattersheim Geld fürs Wochenende hole und dann bis Sonntagabend in Wetzlar bin, wo ich dann ein paar Tage Pause mache um Öl zu kaufen. Mal schauen, ob´s klappt.

Bis morgen

Euer Gunther

14.07.2010

 

Hallo,

heute Morgen wäre ich doch beinahe irre geworden. Ich bin gestern von Erbach bis kurz vor Heppenheim gefahren, weil noch meinem Wissensstand ich in Heppenheim auf dem Landratsamt den Tagessatz holen kann. Also heute morgen früh losgefahren um rechtzeitig da zu sein. Kurz vor 9 Uhr stehe ich vorm Amt und ziehe brav einen kostenlosen Parkschein für 30 Minuten und gehe rein. Dort erklärt man mir, daß es seit 2 Jahren keinen Tagessatz mehr in Heppenheim git, sondern nur noch in Lampertsheim und Bensheim. Ich wieder raus zur Hummel, Laptop angeschmißen und gegoogelt. Kam raus Fehlheimerstraße 92 Bensheim. Während ich noch google kommt einer vom Ordnungsamt und fragt mich was ich hier mache. Ich es ihm erklärt und er sagt, das kostet 35 €. Ich: Wieso? Er weißt mich auf ein Schild hin, daß ich auf einem Behindertenparkplatz stehe. Er sagt, fahr weg und gut ist. Ich alo nach Bensheim zu der Adresse, die ich ergoogelt habe. Dort erklärt man mir, das wäre die städtische Wohnungsloseneinrichtung und hier gibts keinen Tagessatz, sondern im Wohnungslosenzentrum Im Weidenring 35 - 37, ca. 3 km von hier. Ich also wieder die Hummel angemacht und hin gefahren. Um 11:10 Uhr bin ich angekommen. Dort erklärt man mir, daß ich zwischen 9 Uhr und 10 Uhr meinen Ausweis hätte abgeben müßen, um um 11 Uhr mein Geld zu bekommen. Ich habe dann erklärt warum ich erst jetzt gekommen bin. Das muß ein Sozialarbeiter klären und die haben bis 13 Uhr Besprechung, solange solle ich doch warten. Nach dem die Damen und Herren Sozialarbeiter ihre Lieblingsbeschäftigung (Besprechungen) beendet hatten, bekam ich um 13:30 Uhr mein Geld und ich konnte endlich einkaufen. Mittlerweile war es wieder tierisch heiß. Bin dann noch ein paar Kilometer gefahren, bis ich dann nach einer Autobahnunterführung ein schattiges Plätzchen gefunden habe. Dort habe ich bis ca. 19 Uhr gewartet und bin dann weitergefahren. Kurz vor Groß-Rohrheim sehe ich wie ein Gewitter aufzieht. Mitten in der Landschaft wollt ich mich nicht hinstellen, deswegen bin ich ins Gewerbegebiet reingefahren, in der Hoffnung einen geschützteren Platz zu finden. Auf dem letzten Kilometer hätte es mich fast vom Sitz geweht, so ging plötzlich der Wind. Habe dann einen Platz gefunden, wo ich mich hinstellen konnte. Habe gerade die Plane ausgepackt, um sie aufzuspannen, da fängt es an zu schütten. Ich konnte noch schnell die Plane über den Anhänger werfen, aber während dem abspannen bin ich ganz schön naß geworden, was aber eigentlich richtig angenehm war. Nach dem Gewitter bin ich weiter gefahren, da mir der Tabak ausging und ich noch ein paar Kilometer bis Groß-Gerau vor mit hatte. Ein paar Mal hab ich dann noch ein paar Tropfen abbekommen, aber nichts schlimmes mehr. Jetzt stehe ich in Bibesheim am Rhein und habe noch 15 Km morgen früh vor mir.

Bilder habe ich heute keine, da ich heute morgen zu genervt war und heute Nachmittag mein Handy gesponnen hat. Aber die Datei für Google Earth habe ich. Bis morgen.

Euer Gunther

 

15.07.2010

 

Hallo,

heute ist eigentlich alles supper gelaufen. In Groß Gerau war ich auf die Minute pünktlich. Bin heute Morgen wieder früh losgefahren, da ich noch ca. 15 km vor mir hatte. In der Nacht hat es noch ab und zu geregnet, auch heute morgen, aber nur kurze leichte Schauer. Bin eigentlich fast nicht naß geworden. Das Wetter war herrlich zum Fahren, nicht zu warm und nicht zu kalt und die Sonne hat sich meistens hinter Wolken versteckt. Bis auf Rüsselsheim lief die Fahrt eigentlich super. Nur in Rüsselsheim fühlt man sich fast wie in einer Millionenstadt. Einmal bin ich auch falsch abgebogen, aber im Endeffekt bin ich genau da rausgekommen, wo ich hin wollte: Zur Mainbrücke. Gott sei Dank keine Schnellstraße. Freue mich schon auf das Wochenende, wenn ich durch den Taunus nach Wetzlar fahre. Irgendwie gefallen mir die Fahrten durch Hügeliges Land mehr, als in der Ebene. Liegt vielleicht daran, daß sich die Landschaft schneller ändert. In der Ebene hat man nur Landwirtschaft, Wald oder Wohngebiete. Heute ist mal früher Feierabend. Nach 52 km stehe ich jetzt kurz hinter Hattersheim. Morgen Mittag geht´s wieder weiter.

Bis dann.

Euer Gunther

 

16.07.2010

Moin Moin,

gestern Abend war ich etwas zu müde um den Tagesbericht noch zu schreiben. Da ich hier momentan nur langsames Internet habe, hat das hochladen der Bilder schon ca. 30 Minuten gedauert. Deswegen schreibe ich jetzt. Ist jetzt kurz vor 7 Uhr. Vor einer halben Stunde wurde ich unsanft von einem Regentropfen aus dem Schlaf gerissen. Da ich nicht mit Regen gerechnet hatte, hatte ich keine Plane aufgespannt. Also schnell raus aus dem Schlafsack und die Plane aufspannen. Jetzt trink ich einen Kaffee und schreibe.

Bin gestern nicht allzu weit gefahren. Von Hattersheim gings über Hofheim und Eppstein nach Niederjosbach wo ich dann die Gusbacher Scheesebastler Pit und Birger besucht habe. Schade, daß ich, wenn das Gusbacher Einachserrennen ist, wahrscheinlich noch irgendwo in Norddeutschland unterwegs sein werde. Aber ich schaue mak, ob ich am 24.12 aufm Feldberg vorbeischaue. Nach einem schönen Nachmittag und einer kleinen Rundfahrt mit ihrer Agria 1700, die viel Spaß gemacht hatt, gings dann weiter nach Ehlhalten und Schlossborn nach Glasshütten. Kurz vor Glashütten wollte ich im Wald anhalten und Schluß machen, habe dann aber gemerkt, daß ich kein Internet habe. Also bin ich weiter nach Glashütten gefahren. Und hier stehe ich nun und warte darauf, daß der Regen aufhört. Werde mich heut Abend wieder melden. Bis dann.

Euer Gunther

17.07.2010

 

Hallo,

nach dem es heute Mittag gegen 12 Uhr aufgehört hat zu regen bin ich jetzt bis kurz vor Merzhausen im Taunus gefahren. Das Wetter war perfekt zum Fahren. Angenehme Temperatur und die Sonne hat auch nicht so arg wie sonst d3e ganze Woche gebrannt. Morgen geht es dann weiter bis kurz vor Wetzlar. Die Landschaft hier im Taunus ist wirklich wunderschön. Viel Wald, schöne Täler und herrliche Aussichten. Die Fahrt durch den Taunus lohnt sich auf jeden Fall. Heute Abend habe ich meine Sat-Schüssel zum ersten Mal aufgebaut. Die Suche nach dem Sat-Finder hat länger gedauert, als den Sattelitten zu finden. Nach 5 Minuten war alles fertig. Signalstärke 100 % und Qualität 98 %. Kommt zwar nichts gescheites, aber ich wollts mal ausprobieren. Wünsche euch einen schönen Abend. Bis morgen.

Euer Gunther

18.07.2010

 

Hallo,

heute war mal wieder ein schöner Tag zu reisen. Habe es etwas langsam angehen lassen, da ich ja nur 40 km vor mir hatte. Zwar war ich schon um 5 Uhr wach, aber ich dachte mir, ich kann nicht so früh am Sonntag durch die Dörfer fahren. Also hab ich mich wieder rumgedreht und hab bis um 8 Uhr weitergeschlafen. Vorteil war, daß der Schlafsack, der über Nacht vom Tau feucht geworden ist, von der Sonne wieder getrocknet war. Nach einem gemütlichen Kaffee ging es durch Merzhausen durch Richtung Usingen. Vor Usingen gings links ab Richtung Usinger Erdfunkstelle. Dort hab ich auf einem Parkplatz meinen 2. Kaffee getrunken. Dann nach Wilhelmsdorf und Hundstadt nach Grävenwiesbach. Auf halber Strecke von Grävenwiesbach und Brandoberndorf gabs dann Mittagessen in Form eines feurigen Westerntopfes aus der Dose. Nach dem Essen gings weiter nach Nauborn über Brandoberndorf, Kröffelbach, Oberquembach und Niederwetz. In Nauborn hab ich mir einen Döner geholt und bin weiter nach Wetzlar. Ich stehe jetzt oberhalb des Tierheimes am Rand einer ehemaligen Kaserne. Hier werde ich wohl sehr wahrscheinlich bis Freitag bleiben. Vorallem muß ich schauen, daß ich in den nächsten Tagen Motoröl bekomme, der Ültank ist nur noch knapp 1/3 voll. Ich melde mich wieder, wenn ich genau weiß, wann ich losfahre. Bis dann.

Euer Gunther

 

20.07.2010

 

Hallo,

bin immernoch in Wetzlar. Habe heute 10 Liter vom Bulldogöl von Liquy Molly geholt. Das heißt am Freitag geht es weiter nach Siegen. Ansonsten gibt es auf der technischen Seite keine Beschwerden. Der Motor spuckt Öl wie er soll, er schluckt Diesel wie er soll, er läuft einfach wie er soll. Mal noch als Anmerkung. Ich habe am Freitag in Hattersheim/Taunus den Tank voll gemacht und gestern war noch max. ca. 1 Liter Diesel drin. Das heißt von Hattersheim bis Wetzlar habe ich knapp 9 Liter Diesel verbracht. In meinen Augen ganz Ok.

Auserdem habe ich heute Post von Stefan aus dem Einachser-Forum bekommen. Er hatte mich letzte Woche angeschrieben, ob er mir eine Digi-Kamera zukommen lassen kann, da die Bilder meines Handys ja nicht unbedingt optimal sind. Eigentlich wollten wir uns letzten Freitag in Hattersheim treffen, aber ihm ist geschäftlich etwas dazwischen gekommen. So habe ich die Kamera heute per Post bekommen. Ich möchte mich sehr herzlich dafür bedanken. Und ich muß sagen, die Kamera macht sehr gute Bilder und auch gute Videos. Einziger Knackpunkt ist noch, daß der Akku nur mit 220 Volt geladen werden kann, aber ich werde mir noch ein Autoladegerät besorgen. Habe heut Nachmittag gleich mal ein paar Bilder und ein kurzes Video gedreht. Unteranderem ein Panorama-Bild meiner momentanen Aussicht.

Wünsche euch viel Spaß mit den Bildern. Ich melde mich spätestens am Freitag Abend mit einem neuen Reisebericht.

Euer Gunther

 

22.07.2010

 

Hallo,

noch bin ich in Wetzlar. Sehr wahrscheinlich geht es morgen Mittag weiter in Richtung Siegen. Laut Wetterbericht soll es tagsüber trocken bleiben und erst Abends und Nachts regnen.

Heute morgen durfte ich etwas an meiner Hummel schrauben. Der Kupplungszug ist gerissen. Ich hab mich gestern schon gewundert, warum die Kupplung nicht mehr sauber trennt. Bin heute morgen losgefahren und beim anhalten um den Hund aufn Anhänger zu lassen, hat der Innenzug dann aufgegeben. Gott sei Dank war ich so schlau und hab ein paar Meter Innenzug eingepackt. Also hab ich den alten Innenzug rausgemacht und den Neuen, gut geölt, wieder eingefädelt. Nur das abschneiden war etwas schwierig. Versucht mal einen 3 mm dicken Innenzug mit einem kleinen Seitenschneider durchzuschneiden. Bin natürlich nicht ganz auf den Kopf gefallen. Einfach den Seitenschneider mit der unteren Schneide auf einen harten Untergrund legen und auf die obere Schneide mit etwas schweren behertzt draufschlagen. Hat funktioniert. Auf jeden Fall geht die Kupplung jetzt richtig butterweich.

Ich habe heute auch noch etwas an der Homepage gebastelt.

  • Ich kann jetzt meine Videos mit einem eigenen Player direkt in die Seite integrieren. Siehe Tagesbericht vom 20.07.2010
  • Auserdem habe ich eine Möglichkeit geschaffen, daß Ihr die Tagesberichte kommentieren könnt. Siehe ganz unten. Regiestrierte Mitglieder brauchen keinen Sicherheitscode eingeben, nur Gäste. Das dient nur dem Spamschutz. Sollte es Probleme geben, einfach melden.

Ich melde mich morgen Abend wieder.

Euer Gunther

23.07.2010

Hallo,

bin wieder unterwegs. Allerdings ging es heute nur nach Tiefenbach bei Braunfels den "Einachserforscher" besuchen. War zwar nur ein kurzer, aber trotzdem netter Besuch. Leider zog ein Gewitter auf, so daß wir uns bald auf den Weg zu meinem Schlafplatz machen mußten. Dort angekommen haben wir uns noch kurz unterhalten, dann mußte er zurück, da es angefangen hat zu regnen. Morgen früh werde ich mich dann auf den Weg nach Siegen machen, werde es aber langsam angehen lassen, da es nur ca. 90 km sind. Hier noch ein paar Bilder von heute.

Euer Gunther

24.07.2010

Moin Moin,

da ich gestern Abend nur langsames Internet hatte und das hochladen der Bilder und des Videos fast 90 Minuten gedauert hat, schreibe ich den Bericht erst jetzt, Sonntag morgen.

Gestern morgen wollte ich ein schönes Bild machen, war aber zu langsam. Als ich am Kaffee trinken war, habe ich gesehen, wie sich ein Falke auf mein Mähwerk gesetzt hat. Leider hat er mich gesehen, als ich aufgestanden bin, um ein Foto zu machen. Nach dem Kaffee hab ich alles eingepackt und bin dann losgefahren.

Von Tiefenbach ging es nach Leun. Von Leun Richtung Driedorf über Bissenberg, Allendorf, Holzhausen, (auf Grund einer Baustelle) Rodenroth und Beilstein. Vor Bissenberg war noch ein 2. Kaffee angesagt mit Frühstück. Kurz vor Driedorf ging es links ab nach Münchhausen und weiter nach Mademühlen. Geplant war dann eine Weiterfahrt über Rehen, Homber, Emmerichenhain und Oberroßbach nach Hof. Aber auf Grund einer Baustelle in Rehen wurde daraus nichts. Also mußte ich von Mademühlen nach Hohenroth und dann auf die B 414. Aber ich bereue es nicht. Hatte da ein paar schöne Aussichten mit einer richtig guten Fernsicht, ich hoffe das kommt auch auf den Fotos gut rüber. Auf der B 414 ging es dann weiter nach Hof. Von Hof ging es über Lautzenbrücken und Niesterberg durch den Truppenübungsplatz Daaden. Nach dem ich durch den Truppenübungsplatz heil durchgekommen bin, ohne daß geschossen wurde Laughing, habe ich dann Schluß gemacht. Bis die Bilder und das Video hochgeladen waren, war es dann schon kurz vor 24 Uhr.

In Holzhausen hatte ich noch ein nettes, aber kurzes Gespräch. Sollte Agnes das hier lesen, ich komme gerne mal vorbei, wenn ich wieder in der Gegend bin. Das Wetter war herrlich zum fahren. Mit unter war es aber doch sehr windig, so daß ich den Sonnenschutz für meinen Hund zusammenrollen mußte. Aber Yaris (mein Hund) hat es genossen. Auf Grund der kühlen Temperaturen war er richtig munter. Hat auch öfters mal interessiert die Landschaft angeschaut. Ich muß sagen die Landschaft hier ist sehr schön. Von Daaden geht es dann heute weiter nach Siegen, wo ich ein paar Tage bleibe. Von Siegen ist dann geplant direkt nach Hofgaismar zu fahren, wo ich dann warte, bis es Zeit ist nach Ramsdorf zu fahren. Allerdings weiß ich noch nicht, wo ich in Siegen Geld holen muß und wie lange ich bekomme. Manche Städte haben so eine 3-Tage-Regelung, wo man dann nach 3 Tagen kein Geld mehr bekommt und weiterreisen muß. Was zwar nicht rechtens ist, aber was soll man da machen? Aufregen lohnt sich nicht. Also ich melde mich heut Abend aus Siegen. Bis dann. Wünsch euch einen schönen Sonntag.

Euer Gunther

25.07.2010

 

Moin Moin,

bin jetzt in Siegen angekommen und stehe auf dem Parkplatz vom Real. Heute morgen wollte ich eigentlich bei Kaffee trinken den Bericht für gestern schreiben, aber irgendwie hat sich mein Laptop heut Nacht aufgehängt und einen Haufen Strom verbraucht. Auf jeden Fall ging Die Batterie gerade zu Neige als ich den Kaffee aufgesetzt habe. Da ich mich heute mit Benni. aus dem Einachser-Forum in Daaden treffen wollte, habe ich nach dem Kaffee mein Zeug eingepackt und bin bis kurz vor Daaden gefahren um die Batterie wieder teilweilse auf zu laden. Dort angekommen gab´s dann den 2. Kaffee und ich habe den Bericht geschrieben.

Gegen Mittag kam dann Benni. und wir hatten ein nettes Gespräch. Bei der Abfahrt habe ich dann leider vergessen, auf den Knopf des GPS_Loggers zu drücken, so daß ein Stück der Route fehlt. Aber es ist nicht viel und man kann sich denken, wo ich entlang gefahren bin. Von Daaden ging es weiter nach Herdorf. Aber vor Herdorf habe ich Mittagspause gemacht. Im Prinzip da, wo die Route wieder anfängt. Nach dem Mittagessen (Linseneintopf aus der Dose + Kaffee) gings dann weiter über Neunkirchen, Salchendorf und Eiserfeld nach Siegen. Und jetzt stehe ich hier aufm Parkplatz.

Morgen wird sich entscheiden, wie lange ich hier bleibe. Wie schon geschrieben, möchte ich als nächstes nach Hofgeismar. Das wäre eine Tour, die ich nur übers Wochenende schaffe. Auf direktem Weg dorthin ist mir keine Stadt bekannt, wo ich Geld holen könnte, aber vielleicht erfahre ich morgen mehr. Auf jeden Fall bleibe ich morgen hier in Siegen, werde mir nur einen schöneren Schlafplatz suchen. Wünsche euch noch einen schönen Sonntag Abend. Bis Ddann

Euer Gunther

 

26.07.2010

Hallo,

sowas wie heute habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Wie gestern geschrieben, habe ich auf dem Parkplatz des Reals in Siegen übernachtet. Heute Morgen bin ich um 8 Uhr losgefahren. Bis zu einem Park and Ride Parkplatz in Siegen, ca. 2 km vom Real. Dort habe ich die Hummel abgestellt und bin zu Fuß zur Arge in der Emillienstraße. Dort angekommen frage ich extra an der Anmeldung, ob ich richtig bin um den Tagessatz für Wohnungslose abzuholen. Wird bejaht und ich bekomme eine Wartenummer. Nach ca. 1 Stunde Warten werde ich aufgerufen. Der Sachbearbeiter werkelt etwas an seinem Computer rum und geht zu einer anderen Kollegin. Ein paar Minuten später kommt er zurück und sagt, es gibt hier keinen Tagessatz mehr. Das macht das Sozialamt im Rathaus. Ich also zum Rathaus in Siegen. Das ging ja noch, nur ca. 15 min. zu Fuß. Im Rathaus suche ich das Sozialamt vergeblich. Daher frage ich den nächstbesten Mitarbeiter und der sagt mir, das Sozialamt ist im Rathaus Siegen-Weidenau. Ca. 3 km. Ganz langsam fing es an, in mir zu kochen. Also zum Rathaus Siegen-Weidenau. Dort angekommen dann das härteste: Tagessatz gibt es hier, aber ich brauche erst eine Bescheinigung von der ARGE. Die ist gleich nebenan. Dachte mir, dann biste ja fast am Ziel. Das böse Erwachen kamm gleich darauf. Auf Grund des Anfangsbuchstabes meines Nachnamens wäre sie nicht zuständig, sondern die ARGE in der Emilienstraße (da wo ich als erstes war). Ich alles erklärt, daß ich da schon war. Ich soll trotzdem da hin, da es snicht anderst geht. Da bin ich dann wirklich fast explodiert. Ich bin dann direkt zum Abteilungsleiter gegangen, der, was für ein Wunder, sogar im selben Haus ist. Dem alles nochmal erklärt. Er bringt mich zu einer Sachbearbeiterin vom Sozialamt. Die fängt an irgendwelche Formulare auszufüllen und fragt dann plötzlich nach der Bescheinigung von der ARGE. Ich sage, ich habe keine. Sie ging dann zum Abteilungsleiter und kommt kurz danach zurück und sagt, ich soll ein Stockwerk tiefer zur Arge Zimmer 4 gehen. Ich also runter. Vor Zimmer 4 eine Schlange Wartender. Als die Sachbearbeiterin dann nach ca. 30 min. mal kurz den Kopf aus der Tür steckt, nutze ich die Gelegenheit und frage, ob ich den bei Ihr diese Bescheinigung bekomme. Die guckt mich entgeistert an, und sagt, dafür ist sie nicht zuständig und schickt mich wieder in das Büro zu der Sachbearbeiterin, die mich vorher wieder zur anderen ARGE schicken wollte. Da bin ich dann explodiert. Und damit das passiert, muß einiges geschehen, aber da war das Faß voll. Ich wieder zum Abteilungsleiter. Er soll doch endlich mal dafür sorgen, daß ich diese scheiß Bescheinigung bekomme. Er schickt mich wieder zu dem Büro, wo ich als erstes war. Die Sachbearbeiterin war mittlerweile einen Kaffeepause machen. Ich war kurz davor völlig auszurasten. Nach ein paar Minuten kam sie dann und sagt zu mir, ich kann direkt in Zimmer 6a gehen, da bekomm ich dann meine Bescheinigung. 5 Minuten später hatte ich meine Bescheinigung und konnte damit endlich ein Stockwerk höher zum Sozialamt, wo ich dann endlich einen Scheck über 12 € bekommen habe. Mittlerweile war es kurz vor 12 Uhr. Auf die Frage, wo ich denn morgen hin muß, wenn ich Geld haben möchte, sagt die Sachbearbeiterin, ARGE Emilienstraße und dann hierher und ich bekomme ma. 3 Tage Geld hier. Aber es gibt im Landkreis Siegen in jeder Stadt Geld. Die nächste Richtung Hofgeismar ist Nephten und dann Bad Berleburg. Da hab ich gesagt, ich bin morgen nicht mehr da. Habe dann meinen Scheck in einer Sparkasse eingelößt und bin zurück zur Hummel gelaufen. Insgesamt war ich über 4 Stunden unterwegs und habe gute 10 km zurückgelegt.

Da es mitlerweile regnete, bin ich mit der Hummel zurück zum Real gefahren und habe mich dort beim McDonalds hingestzt und hab Kaffee getrunken, in der Hoffnung, daß es bald aufhört zu regnen. Zwischendurch war ich noch einkaufen. Als es dann aufhörte und es auch so aussah, als würde es ne Weile trocken bleiben, bin ich losgefahren. Ich war keinen Kilometer gefahren, da fing es wieder richtig an zu regnen. Innerhalb von 5 Minuten war ich schön durchnäßt. Da dachte ich mir, du bist sowieso schon naß, dann kannst auch gleich weiterfahren. Ich hatte mir vorher am Computer angeschaut, wie ich zu fahren habe. Im Prinzip, die gleiche Strecke, die ich vom Sozialamt zurückgelaufen bin. Nur aufm Computer war nicht zu sehen, daß da noch ein Stück Schnellstraße dazwischen ist. Da es ja regnete konnte ich auch die Karte nicht rausholen. Also habe ich mich auf meinen Orientierungssinn verlassen. Bin eigentlich auch dahin gekommen, wo ich hin wollte. Als ich dann endlich aus der Stadt raus war und ich mir ein Plätzchen suchen wollte, um Schluß zu machen und trockene Klamotten an zu ziehen, hörte es auf zu regnen und die Sonne kam etwas raus. Also bin ich gleich weitergefahren bis nach Nephten, wo ich jetzt stehe.

Morgen geht es dann weiter nach Bad Berleburg. Bis dann.

Euer Gunther

 

27.07.2010

Hallo,

den Bericht habe ich leider noch nicht fertig. Kann auch noch etwas dauern. Ich muß heute von Bad Berleburg nach Korbach. Das sind ca. 60 km. Wenn ich Pech habe muß ich dann morgen von Korbach nach Hofgeismar fahren. Das sind dann ca. 70 km. Könnte alo durchaus möglich sein, daß ich erst wieder einen Bericht schreiben kann, wenn ich in Hofgeismar bin. Melde mich dann wieder.

MfG

Gunther

 

27. + 28.07.2010

Hallo,

habe Glück und muß nicht in einem Stück nach Hofgeismar, sondern muß heute nur nach Bad Arolsen. Jetzt sitze ich ungefähr in der Mitte der Strecke und hab gerade mein Mittagessen (Linseneintopf) und einen Kaffee hinter mir.

Jetzt mal den Bericht der letzten 2 Tage. Eigentlich gibt es nicht viel zu Berichten. Auser es waren 2 schöne Tage in einer geilen Landschaft. Das werdet Ihr auch auf den Bildern sehen. Sind heute etwas viele geworden. Ich hoffe, diejenigen, die keinen schnellen Internetanschluß haben, werden mir verzeihen. Das Wetter war auch hervorragend, bin zwar 2 Mal etwas naß geworden, aber das war nur kurz. Die Temperatur lag immer bei ca. angenehmen 20 Grad. Die Hummel macht auch keine Probleme. Könnte fast meinen, die freut sich, auf Ihre alten Tage noch etwas von Deutschland zu sehen zu bekommen.

Auch mit den Ämtern hatte ich keine Probleme. Der Sachbearbeiter in Nephten mußte zwar eine Weile in den Akten suchen, um rauszufinden, wie er das letzte Mal einen Tagessatz ausbezahlt hat, aber es hat geklappt ohne Rennerei, so wie in Siegen. Bad Berleburg war es genauso einfach. Auch hier in Korbach war es kein Problem. Nur hier gibt es kein Bargeld vom Arbeitsamt, sondern einen Scheck für die Postbank. Aber diese Schecks haben es in sich: Die werden erst ab einer bestimmten Zeit freigeschaltet. Schecks die vor 9 Uhr ausgestellt und im Computer eingetragen sind, können ab 12 Uhr eingelöst werden. Schecks die zwischen 9 - 12 Uhr ausgestellt wurden, erst ab 15 Uhr. Schecks nach 12 Uhr können erst am nächsten Tag eingelöst werden. Ich habe meinen heute um 9:12 bekommen und kann ihn deswegen erst nach 15 Uhr einlösen. Morgen werde ich dann in Bad Arolsen Geld holen und dann übers Wochenende gemütlich nach Hofgeismar tuckern. Sind dann schätzungsweise ungefähr 50 - 60 km.

Ich werde nachher in meinem Forum noch eine Diskussion eröffnen, um mal zu schauen, wie ich dieses Leben, wie ich es momentan führe, ohne Geld vom Amt zu bekommen, finanzieren kann. Denn eins steht auf jeden Fall fest: Ich werde in Zukunft mit meiner Hummel weiterhin unterwegs sein, da mir das Leben als Seßhafter nicht möglich ist und ich endlich ein passendes Fortbewegnungsmittel gefunden habe. Und mit dem schnellen Getriebe sinken dann auch noch die Dieselkosten. Hier ist das Forumsthema: Klick

Bis dann.

MfG Gunther

 

29.-31.07.2010

Hallo,

ich bin nun gestern Abend in Hofgeismar angekommen, wo ich jetzt auch bis zum 15.08.2010 bleiben werde und dann direkt nach Ramsdorf fahren werde. Vielleicht mache ich noch einen kleinen Ausflug nach Hann. Münden.

Am 28.07 wollte ich eigentlich von Korbach nach Bad Arolsen fahren, habe aber Mittags einen schönen Platz gefunden und dann keine Lust mehr gehabt zum Weiterfahren. So bin ich dann Freitag Morgen die letzten 10 Km nach Bad Arolsen gefahren und habe mich dann da zur ARGE begeben. Dort wollte man mich ohne Geld wegschicken, weil angeblich die Sofware nicht funktioniert. Es wahr auch nur eine Notbesetzung von 2 Mann da. Man wollte mich dann zurück nach Korbach oder weiter nach Marsberg schicken. Erst als ich dann mächtig Stunk gemacht habe, ging es dann doch plötzlich. Denn Scheck konnte ich zwar erst ab 15 Uhr einlösen, aber egal, ich hatte ja noch den von Korbach, den ich noch nicht eingelößt hatte. Also hab ich den Scheck eingelößt, habe getankt und bin dann in Richtung Volkmarsen gefahren. Kurz vor Volkmarsen habe ich Pause gemacht und gewartet, bis es 15 Uhr wurde, damit ich den Scheck aus Bad Arolsen einlösen konnte. Dann habe ich eingekauft und den Tank voll gemacht. Da es nur noch ca. 25 km bis Hofgeismar waren, bin ich direkt durchgefahren und habe vor Hofgeismar Feierabend gemacht. Heute morgen bin ich dann nach Hofgeismar reingefahren und habe eingekauft. Danach habe ich einen alten Bekannten besucht und mit ihm ein Bierchen getrunken. Jetzt stehe ich wieder auserhalb von Hofgeismar und geniesse die Aussicht.

Wie geschrieben, werde ich vorerst hier bleiben. Das heißt es wird die nächsten 2 Wochen nur wenige Tagesberichte geben. Sollte ich nach Hann Münden fahren, werde ich es natürlich berichten. Sollte jemand hier in der Nähe wohnen und Lust haben auf ein kleines Treffen, würde ich mich natürlich auch freuen.

Auserdem möchte ich nochmal auf die Diskussion in meinem Forum aufmerksam machen und um rege Beteiligung bitten. Nur 1 Antwort bei über 100 Aufrufen finde ich ein bisschen schwach.

Euer Gunther

 

 

13.08.2010

 

Hallo,

seit heute Nachmittag bin ich wieder unterwegs. Bin allerdings nicht weit gekommen, ein längerer Regnschauer hat mich dazu veranlaßt, früh einen Platz zum Übernachten zu suchen. Ich bin jetzt ungefähr 10 km von Warburg.

 Die letzten 2 Wochen waren einerseits ganz gut, andererseits bekommt mir das nicht unbedingt gut. Einerseits ist es gut, für eine Weile einen festen Anlaufpunkt zu haben, andererseits ist dann das zeigt einem das Abreisen dann, daß man eigentlich vollkommen allein ist. Es gibt kein Zuhause, wo sich jemand darauf freut, daß man heimkommt. Einerseits macht mir das unterwegs sein Spaß, andererseits wünsche ich mir ab und zu ein normales Leben führen zu können, eine Famillie zu haben und so weiter. Ich habe es schon mehrmals versucht, aber es hat nie lange funktioniert. Irgendwie fehlt mir der Durchhaltewillen etwas zu tun, für das ich kein Interesse habe oder Lust habe. Ich hatte schon öfters Sonntags nichts zu essen, weil ich mich einfach nicht dazu durchringen konnte, Samstags einzukaufen und ich nicht genug Geld hatte, um mir etwas an der Tankstelle oder so zu kaufen. Und das ist mit allem so. Und das Schlimme ist, ich kenne meine Fehler, aber mir fehlt einfach die Kraft etwas daran zu ändern. Nur wenn so lebe, wie jetzt, fühle ich mich die meiste Zeit wohl. Es gibt zwar so Tage, wie heute, aber selten. Wenn ich unterwegs bin, egal jetzt, ob mit meiner Hummel, oder früher mit meinem Fahrrad, bin ich meistens Glücklich. Deshalb bin ich der Meinug, daß es so am besten ist. Mal davon abgesehen, daß ich auch irgendwie nicht in der Lage bin, irgendwelche bewußte Gefühle zu irgendwem zu fühlen. Ich kann auch keine feste Beziehung zu jemandem aufbauen, also wäre ich wahrscheinlich auch kein guter Famillienvater. Ich weis, daß es nicht geht, also versuch ich es erst gar nicht. Meine letzte Beziehung ging den Bach runter, weil ich einfach nicht in der Lage bin, Gefühle zu zeigen oder darüber zu reden. Keiner, der mich kennt, würde denken, daß es mir ab und zu so beschissen wie heute geht, weil ich es nicht fertig bekommen würde, darüber zu reden. Ich sage immer, mir geht´s gut, auch wenns mir beschissen geht. Schreiben fällt mir da etwas leichter. Eigentlich bleibt mir nichts anderes übrig, so weiterzumachen wie bisher. Als Obdachloser kann ich einfach gehen, wenns mir zuviel wird. Ich bin einfach gezwungen, einen gewiessen Tagesablauf einzuhalten, sonst würde ich nicht lange überleben. Ich muß täglich mein Geld holen, ich muß täglich mein Hab und Gut in Ordnung halten, ich muß täglich abwaschen und nicht erst, wenn ich nichts mehr habe um zu kochen, und so weiter. Wenn ich unterwegs bin, funktioniert das auch alles, aber sobald ich eine feste Bleibe habe ist vorbei damit. Normalerweise macht es mir auch nichts aus, aber ab und zu ist das Faß voll und ich habe einen schlechten Tag, wo ich mir wünschen würde, ein normales Leben führen zu können.

Aber jetzt genug gejammert. Ich werde bis Sonntag Abend nach Soest fahren. Wie ich danach weiterfahe weis ich noch nicht genau. Auf jeden Fall werde ich Donnerstag Abend entweder in Borken oder Coesfeld sein.

 

14.08.2020

Moin moin,

gerade habe ich den ADAC rufen müssen. Mit etwas weniger Glück und ohne Mähwerk, wäre ich jetzt wahrscheinlich kaum noch in der Lage, das Handy zu halten, oder die Hummel hätte es hinter sich.

Auf der Suche nach einem Schlafplatz bin ich auf einen Feldweg eingebogen, der seitlich leicht den Berg hoch ging. Die Hummel ist auch schön anständig hochgezogen. Dann kamm eine Kurve, hinter der Kurve eine ganz kurze Steigung von geschätzten 12 - 14 %, normal kein Grund zum runterschalten. Ich aber trotzdem in Hab acht Stellung. Der Motor hätte es geschafft, aber die Räder haben durchgedreht. Ich voll auf die Bremsen vom Anhänger gedrehten und wollte den Rückwärtsgang einlegen. Da passierts: Das Bremsseil am Anhänger reißt gerade in dem Moment, wo ich die Kupplung ziehe. So schnell, wie das Gefährt rückwärts den Berg runter rollt, konnte ich gar nicht reagieren. Sofort die Bremse an der Hummel voll durchgezogen, was aber nichts genutzt hatt. Hinter mir eine 90 Grad Kurve. Geradeaus weiter wäre gar nichts wäre zu retten gewesen, da es da dann den Berg richtig runter ging. Ich also den Lenker rumgerissen und die Kurve grad so gepackt. Die Hummel hatte jetzt bestimmt schon 20 Km/h drauf und wurde trotzdem gezogener Bremse nicht langsamer. Beim Versuch einigermaßen auf dem Weg zu bleiben, bin ich mit dem Mähwerk rechts an einem halb verrotteten Zaunpfahl hängen geblieben. Gott sei Dank war er aber noch so stabil, um die Hummel schlagartig zum stehen zu bringen. Ich hab dann erstmal den Motor ausgemacht und durchgeatmet. Dann 2 Zigaretten hinterher. Ohne Mähwerk wäre das bestimmt nicht so ausgegangen. Auser dem Bremsseil ist nichts kaputtgegangen. Ich hätte auch sofort abspringen können, aber mein Hund hätte das garantiert nicht überlebt, da er nicht vom Anhänger hätte können, da er angeleint war.

Ansonsten gibt es nur zu berichten, daß ich heute knapp 50 km hinter mir habe und morgen noch knapp 60 km bis Soest vor mir habe. Morgen früh kommt erstmal der ADAC um mir zu helfen, das Bremsseil am Anhänger wieder zu richten. Zur Not könnte ich auch mit der Bremse an der Hummel weiterfahren, aber mit der Anhängerbrems ist es wessentlich sicherer. Hier noch die Bilder von heute.

MfG Gunther

 

15.08.2010

 

Hallo,

wie gestern angekündigt, war heute Morgen der ADAC da und hat mir das Bremsseil repariert. Wie ich schon vermutet hatte, war der Bowdenzug in der Bremstrommel durch den Schraubnippel gerutscht. War eigentlich keine große Sache, nur Anhänger aufbocken, Rad runter, Bremstrommel runter und den Schraubnippel wieder drauf und richtig festziehen. Nach knapp einer Stunde wars erledigt. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an den Mechaniker vom ADAC. Der übrigens als aller erstes ein Bild gemacht hat, für ausergwöhnliche Fahrzeuge, die er schon repariert hat. Unter anderem einem Bugatti mit über 1000 PS.

Leider war das Wetter heute absolut bescheiden. Nur Regen. Deswegen auch keine Bilder heute. Habe die Kamera heute Morgen trocken eingepackt. Auf Grund des Wetters und auch deswegen, daß ich erst gegen 12 Uhr losgekommen bin, habe ich mich entschieden, nicht nach Soest zu fahren, sondern nach Warstein. Das sind 20 km weniger. Jetzt stehe ich in Rüthen an einer Tankstelle, sollte unbedingt tanken und kann nicht. Da ich kein Konto habe, habe ich auch nichts um den Tankautomat zu füttern. Bis jetzt war auch noch keiner dar um zu tanken. Das heißt ich muß bis morgen früh 7 Uhr warten. Ich hab zwar einen 20 Liter Ersatzkanister, aber der ist schon seit Wochen leer. Selbst in den 2 Wochen in Hofgeismar konnte ich nichts zurücklegen. Zuerst eine neue Batterie und dann mußte ich 25 € fürs Internet ausgeben.

Dietmar Kolb hat mir angeboten, sein PayPal Konto für Spenden zu benutzen. Das heißt, wenn jemand etwas spenden möchte, kann er das machen. Das Geld geht dann an Dietmar Kolb und er schickt es mir dann zu. Da schon einige gefragt haben und es die einfachste Lösung ist, habe ich das Angebot angenommen. Also, wer etwas Spenden will, kann es gerne machen und wer nicht, darf trotzdem weiterlesen. Auserdem werde ich in nächster Zeit versuchen, ein paar Sponsoren zu finden. Wie ich ja angekündigt habe, möchte ich vom Amt weg. Wer einen Vorschlag hat, welche Firmen ich anschreiben kann, schickt mir doch bitte eine Email.

Morgen werde ich dann von Warstein aus weiterfahren, wohin hängt vom Wetter ab und wann ich mit dem Amt fertig bin. Bis dann.

Euer Gunther

 

16.08.2010

Hallo,

heute war auch kein erfolgreicher Tag. Wie ich ja gestern schon schrieb, mußte ich in Rüthen übernachten, da mir der Diesel nicht mehr bis nach Warstein gereicht hätte. Also hab ich heute Morgen meine letzten 3 € in Diesel investiert und bin dann nach Warstein gefahren. Kurz vor Warstein halte ich nochmal an, um zu schauen, wo das Amt genau ist. Mal so nebenbei: Wer kommt auf die Idee ein Amt : "Arbeit Hellweg Aktiv" zu nennen? Als ich mir das ganze etwas genauer in Google Maps anschaue, mekre ich, daß ich einen riesen Umweg gemacht habe. Das Amt ist nämlich nicht in Warstein, sondern in Belecke, direkt an der B55, die ich in Rüthen überquert habe. Ich hätte mir also gut 15 km sparen können. Als wie wenn das nicht schon genug zum aufregen wäre, ist auch noch die Straße von Warstein nach Belecke wegen einer Baustelle einseitig gesperrt. Die Umleitung hat mich bestimmt auch noch mal 2 km gekostet. Als ich dann endlich beim Amt war, hatte ich schon 25 km aufm Tacho und im Tank war noch ungefähr 1 cm Diesel drin. Dann fängt die Frau aufm Amt noch an, mit mir zu diskutieren, warum auf meinem Ausweis nicht "ohne festen Wohnsitz" sondern nur "Rastatt" ohne eine Adresse drin steht. Als Hintergrundinformation: Es gab anscheinend mal ein 'Gerichtsurteil, das das "ohne festen Wohnsitz" als diskriminierend eingestuft hat. Ums kurz zu machen, ich bekam meinen Scheck um 12:10 Uhr. Wer alle meine Tagesberichte gelesen hat, weis, daß das heißt, daß ich den Scheck erst ab 17 Uhr einlösen kann. Da stand ich dann. Kein Geld mehr, nichts zu essen, fast nichts mehr zum rauchen und kein Diesel mehr im Tank. So sitze ich jetzt in Warstein und werde morgen hier noch mal Geld holen müssen und dann schauen, daß ich bis nach Hamm durchfahren kann. Wobei ich bis ich den morgigen Scheck eingelößt habe, sprsam mit dem Diesel umgehen muß. Konnte heute auch nur 3 Liter tanken, da ich auch noch Hundefutter kaufen mußte. Ich hoffe mal nur, daß es einigermaßen trocken bleibt. Ich melde mich morgen wieder. Hoffentlich aus Hamm.

Euer Gunther